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Erfahrungsberichte

Manfred Schulze: mehr Präzision in einer peruanischen Giesserei

Der Giesserei-Ingenieur Manfred Schulze hat einen grossen Teil seines Berufslebens in Entwicklungs- und Schwellenländern verbracht, einige Jahre auch als Projektleiter von Swisscontact. «Mit 66 Jahren fühle ich mich noch zu fit, um meine Zeit zuhause auf dem Sofa zu verbringen», sagt der südlich von München wohnhafte Weltbürger mit Berliner Wurzeln. Das Swisscontact Senior Expert Corps ermöglicht ihm, am Puls seines Metiers zu bleiben und interessante technische Probleme zu lösen. An Anfragen fehlt es ihm nicht: «Dass ich die Aufgabe spannend finde, ist die Voraussetzung dafür, dass ich einen Auftrag annehme.» Ein interessantes Problem bot sich ihm in der Giesserei Metalúrgica Peruana in Lima. Der Betrieb mit mehreren hundert Angestellten hatte ein Problem mit der Qualität seiner Gussteile, die unter anderem in Bergbaumaschinen in den USA zum Einsatz kommen. Die Giesserei hatte ein teures Computerprogramm gekauft, das durch Simulation die möglichen Gussfehler während des Erstarrungsprozesses aufzeigt. So lassen sie sich korrigieren, bevor sie in Stahl gegossen werden. «Aber die Zuständigen schöpften die Möglichkeiten des Programms nicht aus», erklärt der Experte. Zusammen mit den theoretisch gut ausgebildeten Ingenieuren berechnete er die Grundlagen, um ein 16 Tonnen schweres Gussteil für eine Erzmühle so präzise zu giessen, wie es die internationale Kundschaft verlangt. Dass das Resultat gut war, erfuhr er nach seiner Rückkehr per E-Mail und Internet-Kamera. «Ich masse mir nicht an, den Betrieb mit meiner nur vierwöchigen Beratung auf ein höheres Qualitätsniveau gehoben zu haben. Aber das Problem mit der Qualität dieser spezifischen Teile haben wir gelöst», bemerkt der Ingenieur zufrieden.

Schweizer Hotelière motiviert in El Salvador

28 Jahre lang hat Marie-Therese Herwig mit ihrem Mann Hotelbetriebe geführt und dabei über 50 Lehrlinge ausgebildet. Ihr Mann zog sich mit 69 aus dem Geschäft zurück. Sie, erst 54-jährig, suchte eine neue Herausforderung in der Hotellerie. Die fand sie im Senior Expert Corps.

Ihren ersten Einsatz leistete sie in El Salvador. Ein Landgasthof und ein Stadthotel hatten Swisscontact um Fachleute gebeten, um ihren Service zu verbessern und mehr Gäste anzuziehen. Das Gebäude des ländlichen Betriebs existiert schon 1525 als Niederlassung der spanischen Kolonisatoren. Wie können die Lebensmittel unter einfachsten Bedingungen hygienisch aufbewahrt werden? Wie bildet man Angestellte aus, die kaum oder keine Schulbildung erhalten hatten? Wie verbessere ich das angebotene Essen? Auf solch grundlegende Fragen musste die Schweizer Hotelière mit ihren salvadorianischen Partnern Antworten finden. Die Direktion des Stadthotels wollte wissen, wie es mehr Gäste anziehen könne. Herwig riet ihnen, Schilder und Homepage attraktiver zu gestalten und sich stärker als Tagungszentrum zu vermarkten.

Mit den Verantwortlichen der beiden Betriebe erarbeitete sie Organigramme, Pflichtenhefte und Arbeitsbeschriebe. Die Sympathie der Angestellten gewann die Expertin, indem sie in verschiedenen Abteilungen aktiv mitarbeitete. Diese sparen seither Wasser und Energie.

„Das Personal einzubeziehen ist in El Salvador unüblich, förderte die Motivation aber enorm“, freut sie sich. „Die beste Hilfe ist immer die, welche beiden Seiten zugute kommt, der gebenden wie der nehmenden. Das trägt wesentlich zum Gelingen des Beratungseinsatzes bei“, ist die Schweizer Hotelière überzeugt.

Neue Arbeitsplätze in einer ukrainischen Kartonfabrik

„Das Motto Hilfe zur Selbsthilfe bei KMU hat mir imponiert und bei Beratungen lernt man immer andere Kulturen kennen“, erklärt Max Meier seine Motivation für das Senior Expert Corps. Der pensionierte Ingenieur und Unternehmensberater leistete seinen Einsatz in einer Fabrik im Osten der Ukraine, die Wellkarton herstellt und zu Schachteln verarbeitet. Die an sich erfreulich gute Auftragslage überforderte das Werk. Die Verantwortlichen wollten die Kapazität erhöhen, indem sie 23 Jahre alte Maschinen aus zweiter Hand kauften. Für Meier war klar: zuerst wird der Produktionsablauf analysiert und rationalisiert, bevor neue Maschinen gekauft werden. In einer Simulation zeigte er den Inhabern, dass ihre Fabrik allein mit besserer Organisation ihren Ausstoss um 75% erhöhen konnte. Zur nötigen Steigerung auf das Zweieinhalbfache schlug der Schweizer vor, dass sie ukrainische Maschinen kauften und insgesamt 12 neue Arbeiter einstellten. Der Betriebsgewinn würde damit verdreifacht, rechnete er ihnen vor. Mit dieser Beratung war Meiers Einsatz beendet. Die Inhaber der Fabrik versicherten ihm in der abschliessenden Besprechung, dass sie alle seine Vorschläge realisieren wollten.

Die WKF Gärnterei in Java floriert auch dank einem Senior-Experten

Die Jungunternehmerin Natalia Listya hatte erfolgreich eine Gärtnerei namens WKF aufgebaut. Um ihren Betrieb zu optimieren bildete sie sich weiter, etwa an einem Seminar in Malang. Dort hörte sie vom Senior Expert Corps. Diese Chance wollte sie nutzen und fragte bei Swisscontact an.

Der gesuchte Fachmann war Jost Frei, ein Experte für nachhaltige Landwirtschaft mit Management-Erfahrung. Er analysierte das Unternehmen und sprach mit der Inhaberin über ihre Geschäftsziele. Für sie stand fest, ihre Gärtnerei sollte solid wachsen.

Behutsam brachte der Schweizer Vorschläge ein, die in der indonesischen Arbeitswelt neu sind. Dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Management sind die Empfehlungen angenommen und implementiert worden. So sind heute bei WKF die Dienstwege kürzer und die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden grösser. Mit praktischen Tipps rund um den Anbau und den Schutz der Pflanzen konnte der Landwirtschaftsexperte zudem den Produktionsverlust senken, der davor bis zu 15% betragen hatte. Mit der Organisationsstruktur verbesserte sich der Absatz. 80 Frauen und Männer stellte Natalia Listya in der Folge ein. Selbstsicher sagt sie: „Wir denken daran, weiter zu expandieren.“

Ein Konditorei-Manager in Lateinamerika

„Ich bin ein neugieriger und aktiver Mensch“, sagt Walter Keller. „Ausserdem finde ich es schade, wenn das gesammelte Wissen verloren geht.“ In seinem Fall sind das vier Jahrzehnte in der Schokoladebranche. Der gelernte Konditor hat sich bei Lindt & Sprüngli vom Konditor zum Vizedirektor hoch gearbeitet. Zuletzt waren ihm 600 Mitarbeitende unterstellt. Nach seiner Pensionierung hörte er vom Senior Expert Corps und meldete sich sofort an. Seine Erfahrung und die Tatsache, dass er spanisch spricht, machen ihn zu einem gefragen Mann. In den letzten acht Jahren verbrachte er je einen Monat in Lateinamerika, viermal war er in Peru, zweimal in El Salvador und je einmal in Costa Rica und Panama.

Meist beriet Keller Konditoreibetriebe, die expandieren wollten, oder Probleme mit ihren Produkten hatten. Etwa jene Frauenkooperative, deren Brötchen schnell schimmelten. Keller erkannte, dass sie sie warm einpackten. Die eingeschlossene Feuchtigkeit verursachte den Schimmel. In einem anderen Einsatz überzeugte er eine Kooperative von 800 Kakaobauern, ihre hochwertige Bohne selber zu Schokolade zu verarbeiten. Die Farmer waren bereits dabei, diese mit einer durchschnittlichen Sorte zu ersetzen, die höhere Ernteerträge versprach. „Mich befriedigt der Einsatz in Entwicklungsländern, weil ich sehe, dass ich den Menschen etwas beibringe und weil ich dabei viel lerne. Den Menschen vor Ort nützt meine Arbeit, weil sie neue Perspektiven eröffnet.“ Dieses Verhältnis bezeichnet Keller, ganz Manager, als Win-Win-Situation.

Bon Ltd, Bulgarien: Ein Einsatz erhöhte den Umsatz

Bon Ltd. in Gabrovo, Bulgarien, produziert Samen und Vogelfutter und exportiert es nach Westeuropa. Der junge Geschäftsführer Kalin Valtchev baute das Unternehmen in den Jahren des wirtschaftlichen und politischen Umbruchs auf und machte es zu einer florierenden Firma – auch dank dem Einsatz des Senior-Experten Franz-Xaver Dettling.

Die rasche Expansion der Firma stellte Geschäftsführer Valtchev vor Probleme. „Unsere Organisationsstruktur entsprach nicht den neuen Herausforderungen“, erinnert er sich. Um die Situation zu analysieren und Lösungen zu finden, brauchte er Beratung. Guter Rat ist teuer, besonders wenn es um komplexe Management-Fragen geht. Mit horrenden Consulting-Honoraren wollte und konnte er die Betriebsrechnung jedoch nicht belasten. In einer Zeitung erfuhr er vom Senior Expert Corps. Er rief Swisscontact an und nach einigen Gesprächen platzierte er seine Anfrage.

Ein paar Monate später traf der pensionierte Schweizer Ökonom Franz-Xaver Dettling in Gabrovo ein. Er half der Geschäftsleitung, einen Businessplan für die nächsten Jahre aufzustellen und Tätigkeitsprofile zu formulieren. „Herr Dettling sagte uns nie, was wir tun oder lassen sollen. Die meiste Zeit stellte er Fragen. Irgendwie führte er uns so, dass wir selber die Lösung fanden“, beschreibt Valtchev die Arbeitsweise des Schweizer Managers. Eine Konsequenz von Dettlings Beratung war, dass Bon Ltd. eine Buchhalterin einstellte. Die errechnete im Jahr nach dem Einsatz, dass sich der Umsatz der Firma verdoppelt hatte. Inzwischen beschäftigt Bon Ltd. 20 Mitarbeiter und agiert erfolgreich im europäischen Markt für Vogelfutter.

 
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07.05.2011
Jahresbericht 2011

Beim diesjährigen Jahresbericht haben wir uns für einen neuen Aufbau entschieden. Dieser stellt unsere vier Kernkompetenzen thematisch noch besser dar.

Der Jahresbericht 2011 gibt anhand von Projektinformationen und Kurzgeschichten einen Einblick in die Stiftungsaktivitäten.

Viel Vergnügen beim Lesen!

07.05.2012
Buchhalter/in 80 - 100%
 
Für das Finanzmanagement in einem internationalen Umfeld mit dezentralen Strukturen suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine/n Buchhalter/in 80 - 100%.
12. März 2012
Entwicklungshilfe als Druckmittel

Ob die Schweizer Entwicklungshilfe an die Kooperation im Asylbereich gekoppelt wird, ist weiter offen. Heute wird im Bundesrat nochmals abgestimmt, ob Entwicklungsländer, die nicht mit der Schweiz kooperieren, Unterstützung erhalten.

Der SECler Anton Ziltner meint, mehr Entwicklungshilfe bedeutet weniger Migration und damit niedrigere Kosten im Asylwesen. Sehen Sie das Interview von ihm in dem Beitrag der Rundschau vom 7.3.2012: Video

31. Januar 2012
Benefizkonzert spielt 7500 CHF ein

Swisscontact Geschäftsführer Samuel Bon und Kommunikationsleiterin Ulrike Gminder nahmen den Scheck im Seedamm Plaza entgegen.

7. Dezember 2011
Albanische Coaches lernen in Luzern
Junge Männer und Frauen aus Randgruppen haben in Albanien einen beschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Das von Swisscontact durchgeführte Projekt AlbVET spricht diese Jugendlichen an. Ausgebildete Coaches begleiten sie auf ihrem Weg in die Beschäftigung.
20. November 2011
Benefizkonzert

Am 20.November 2011 fand im SEEDAMM PLAZA in Pfäffikon ein Benefizkonzert zugunsten von Swisscontact statt. In diesem Konzert stellte die A-Capella-Gruppe Bliss (www.bliss.ch) ihr umfangreiches und humorvolles Repertoire vor. Fast 200 Gäste fanden sich trotz strahlenden Sonnenscheins zu diesem Konzert ein. Unser herzlichster Dank gilt der gesamten Belegschaft des SEEDAMM PLAZA, der Gruppe Bliss sowie allen grosszügigen Spenderinnen und Spendern. Foto-Impressionen des Abends finden Sie hier…

1.November 2011
Von der Bohne zum Praliné

Am 1. November fand die Veranstaltung von Swisscontact und economiesuisse zum Thema "Nachhaltiger Kakaoanbau als globale Chance" in Zürich statt. Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier

Juni 2011
Senior Expert Corps-Anlass

Am 21.6.2011 fand der SEC-Anlass zum Jahr der Freiwilligen statt. Weitere Informationen und Impressionen erhalten Sie hier.

Mai 2011
Die globalen Herausforderungen in der Energiefrage

Swisscontact organisierte eine Veranstaltung in Lausanne.   
Professor Hans Björn (Teddy) Püttgen, Energy Systems Management Chair, Director of the Energy Center at Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, hielt eine Rede über die Herausforderungen in der Energiefrage.

Mai 2011
Jahresbericht 2010

Unser Jahresbericht 2010 in neuem Layout ist ab jetzt erhältlich. Mit zahlreichen Projektnachrichten und eindrücklichen Beispielen zeigen wir auf, wie sich Swisscontact mit 92 Projekten in 23 Ländern nachhaltig für die Armutsminderung einsetzt.

April 2011
Schweizer Organisationen für Mikrofinanz

Schweizer Organisationen lancieren die Swiss Capacity-Building Facility in Microfinance

März 2011
Neuerscheinung

Ueli Stilli
Paradise Hotel
Fotografien/Photographs
Mit Essays von Klaus M. Leisinger und Nadine Olonetzky

Unser langjähriger ehemaliger Kollege publiziert ein Buch mit Fotos seiner Reiseeindrücke.

18. Februar 2011
Drei neue Filme online

Wir präsentieren drei neue Kurzfilme über unsere Umweltprojekte in Bolivien.

1. Februar 2011
Berufsbildungsförderung in Indonesien

Marina de Senarclens, Mitglied des Stiftungsratsausschusses von Swisscontact, berichtet im "Schweizer Arbeitgeber" über verschiedene Projekte zur Unterstützung und zum Aufbau von Berufsschulen in Indonesien.

16. Januar 2011
"Ecovecindarios" im Schweizer Fernsehen

Cash TV berichtet eindrucksvoll über das Swisscontact-Projekt "Ecovecindarios" in Bolivien, welches durch Recycling von Abfall neue Arbeitsplätze schafft und zugleich die Umwelt schont.

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