Situation – Anders als einige Nachbarstaaten erholt sich Indonesien nur langsam von den Auswirkungen der Asienkrise im Jahr 2000. Die fehlende Rechtssicherheit, verbreitete Korruption und ein schwaches Bankenwesen erschweren Investitionen. Durch die steigende Arbeitslosigkeit und abnehmende Selbstversorgungsmöglichkeiten in der Agrarwirtschaft werden Armutsprobleme vor allem in wirtschaftlich schwächeren Regionen, wie in der Provinz Nusa Tenggara Timur (NTT), weiter zunehmen. Eine wichtige Säule der indonesischen Wirtschaft sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sie beschäftigen mehr als 80% der Arbeitnehmer/innen. Der Schlüssel zur Armutsreduzierung und zum Wirtschaftswachstum liegt in der Stärkung dieser lokal tätigen Produzentinnen und Produzenten, die allerdings kaum Zugang zu Marktinformationen haben und denen es oft am notwendigen Know-how mangelt.
Projekt – Ziel ist, das grosse, brachliegende Potential in der landwirtschaftlichen Produktion, die auf Flores etwa 75% der Arbeitskräfte beschäftigt, besser nutzbar zu machen. Durch Förderung der Entwicklung der lokalen Wirtschaft in einer der ärmsten Provinz Indonesiens wird ein Beitrag zur nachhaltigen Armutsbekämpfung geleistet, Arbeitsplätze werden erhalten, Einkommen gesichert und neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet. KMU und Bauern werden gefördert, indem der Zugang zu Marktinformationen, zu qualifizierten Ausbildungs- und Beratungsangeboten sowie zu Finanzdienstleistungen verbessert wird. In allen Bereichen werden vor allem bestehende Organisationen und Institutionen gestärkt und konkrete, auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnittene Angebote entwickelt.
Bisheriges Herzstück des Projekts ist die Entwicklung für Produktion, Verarbeitung und Export von Cashewnüssen. Im Juli 2005 konnten vier Bauerngruppen ihre Cashewnüsse durch die Schweizer Zertifizierungsstelle IMO als «biologisch produziert» ausweisen lassen. IMO arbeitet mit dem bewährten Kontrollsystem «ICS» (Internal Control System), das auf die gruppeninterne Organisation, Administration und Monitoring des Zertifizierungsprozesses baut. Somit werden die Kontrollkosten tief gehalten und die Bauern können die Zertifizierung «aus eigener Tasche» finanzieren, wodurch eine nachhaltige Produktion garantiert wird. Zum ersten Mal wurden damit in Indonesien die Produzenten/innen direkt Eigentümer des Zertifikats. Zudem konnte das ICS-Kontrollsystem in einer Rekordzeit von acht Monaten implementiert werden, was nun auch andere Bauern motiviert, diesen Prozess einzuführen. Rund die Hälfte der Personen, die von all den verschiedenen Massnahmen profitieren, sind Frauen.



